Finanzministerkonferenz: Bürgerfreundlichere Sprache soll Einzug halten

Fachbegriffe, lange Sätze und Gesetzesangaben: Vielen Bürgern fällt es schwer, die Schreiben und Steuerbescheide ihres Finanzamts zu verstehen. Was mit dem Ziel einer juristisch "wasserdichten" Formulierung erfolgt, kommt beim Steuerlaien häufig als unverständliches Beamtendeutsch an. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) kritisiert, dass es dadurch zu vermeidbaren Missverständnissen und Nachfragen beim Finanzamt komme.

Um die "Verständigungsprobleme" in der Kommunikation zwischen Finanzämtern und Steuerpflichtigen aus dem Weg zu räumen, haben sich die Finanzminister der Länder nun auf ihrer Jahrestagung am 25.05.2018 in Goslar für eine bürgerfreundlichere Sprache ausgesprochen, die sowohl die Akzeptanz der komplexen Steuermaterie als auch die Bürgerzufriedenheit steigern soll. Eine länderoffene Arbeitsgruppe arbeitet derzeit bereits daran, den Einkommensteuerbescheid übersichtlicher, strukturierter und ansprechender zu gestalten. Durch ein zeitgemäßes Layout und einen klaren Aufbau soll er verständlicher werden.

Die Finanzminister haben zudem das Land Nordrhein-Westfalen gebeten, eine gemeinsame Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Bürgerfreundliche Sprache" einzurichten, die laufende Initiativen für mehr Bürgerfreundlichkeit auf Bund- und Länderebene bündeln und beschleunigen soll.

Hinweis: Der BdSt begrüßt entsprechende Initiativen und hat bereits vor Jahren gefordert, dass die Sprache in Steuerbescheiden einfacher und verständlicher werden soll.

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(aus: Ausgabe 08/2018)